Jetzt braucht es den Detailwandel

Die Corona-Krise zeigte es deutlich: Wir sind massiv abhängig von den Detailhändlern. Wir haben erkannt, dass Migros, Coop, Denner, Aldi, Lidl, Manor, Volg und wie sie alle heissen, systemrelevant sind. Sie tragen in grossem Stil dazu bei, dass wir uns keine Sorgen um unser täglich Brot machen müssen. Doch im Detailhandel liegt einiges im Argen. Zeit, dies zu ändern.

 

Problematik Klima

Mittlerweile ist wohl einer Mehrheit der Bevölkerung bewusst, dass wir uns ernsthaft gefährden, indem wir unser Klima verändern. Private aber auch Unternehmen müssen ihren Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz massiv verstärken. In die Unternehmenspolitik der Schweizer Detailhändler ist dies aber nicht durchgedrungen. Nach wie vor werden Produkte verkauft, die Umwelt und Klima immens schaden, meist ohne, dass die Konsument*innen davon wissen. Mit sogenannten “Nachhaltigkeitsversprechen” versuchen Coop sowie Migros, ihre Kund*innen von ihrem Engagement für die Umwelt zu überzeugen – in Tat und Wahrheit passiert aber viel zu wenig oder sogar das Gegenteil. So werden beispielsweise Trauben aus Indien als «marktfrisch» verkauft und eine grosse Auswahl an «Frischprodukten» ist aufgetaut oder wird ausserhalb der Schweizer Saison angeboten. Da werden Kund*innen an der Nase herum geführt, auf Kosten ihres Portemonnaies und zukünftiger Generationen. 

 

Problematik Arbeitsbedingungen

Die Schweizer Detailhändler geben den Konkurrenz- und Wettbewerbsdruck der Branche direkt an die über 320’000 Mitarbeitenden weiter. Immer wieder kommt ans Licht, dass Detailhändler die Schweizer Arbeitsgesetze übertreten – zum Leidwesen der Angestellten. Mieser Lohn, immer längere Öffnungszeiten, mehr Stress, Personalabbau – so sieht die Welt der Kassierer*innen, Regalauffüller*innen und Self-Chek-Kontrolleur*innen aus. Gleichzeitig schreiben die Schweizer Detailhändler Jahr für Jahr Millionengewinne. Da braucht es dringend eine Korrektur.

 

Problematik Intransparenz für Konsumenten

Der Konsumentenschutz müht sich seit Jahrzehnten ab, die Grossverteiler zum Umdenken zu bewegen, hin zu einer konsument*innenfreundlichen Geschäftspolitik. Die Erfolge sind mässig. Einige Beispiele von Geschäftspraktiken, die der Konsumentenschutz regelmässig öffentlich kritisiert, sind: 

 

  • Keine vollständige Herkunfts- und Nährwertdeklaration von Lebensmitteln
  • Umweltschäden durch Produkte nicht ersichtlich
  • Verwirrendes Label-Wirrwarr
  • Fragwürdige Kundenbindungsprogramme (Cumulus / Superpunkte) und intransparente Verwendung von persönlichen Kundendaten
  • Trend zu personalisierten Preisen
  • «Quengelkassen» und Werbekampagnen, die auf Kinder abgestimmt sind
  • Hochpreispolitik

 

Problematik Preisdrückerei bei Lieferant*innen

Die Detailhändler nutzen ihre Marktmacht rigoros aus, um die Preise der Lieferant*innen und Landwirt*innen zu drücken. Die hohen Preise, die Konsument*innen bezahlen müssen, kommen nicht bei den Produzent*innen an. Das hat zur Folge, dass «Ausbeuter-Gemüse» auf unseren Tellern landet, von Fairtrade-Labels vor allem die beiden rot-orangen Detailhändler profitieren oder Landwirt*innen aus der Region schlicht nicht fair genug bezahlt werden, um überleben zu können, was wiederum negative Auswirkungen auf die Umwelt hat.

 

Es braucht den Detailwandel

Weil der Detailhandel dermassen wichtig für unser aller Leben ist, müssen wir endlich handeln. Mitarbeitende, die Umwelt und das Klima, Konsument*innen und Lieferant*innen dürfen nicht länger leiden. Wir haben deshalb den Verein detailwandel.ch gegründet. Wir nehmen die Missstände auf, beleuchten sie und tun ganz konkret etwas dagegen. Den langsamen Umweg über die parlamentarische Politik überlassen wir anderen. Wir stehen auf direkte Aktion und setzen die Verwaltungsräte der Detailhändler unter Druck. Dazu benutzen wir die öffentliche Kommunikation, den Werkzeugkasten des Campaignings und moderne Mitmach-Tools, um Breitenwirkung zu entfalten. Wir sind jung, motiviert, kommen aus unterschiedlichen Fachrichtungen und haben grosse Pläne. Wir alle haben erkannt, dass der Detailhandel ein Schlüssel zu einer besseren Welt sein kann. Packen wir die Chance!

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